Motorradtouren durch die Provence

 Tourvorschlag 1: Tour durch das malerische Vaucluse-Hochplateau

Von Nyons nach Carpentras

Diese Tour führt durch unterschiedliche, sehr ursprüngliche Naturlandschaften der Provence. Das Vaucluse-Plateau bietet mit weiten Wälder, reizvollen Schluchten, endlosen Korn- und Lavendelfelder und eindrucksvollen Städten eine faszinierende Region, die es zu entdecken lohnt. Fährt man anfangs noch durch eine überwiegend flache Gegend, so wird die Strecke im Verlauf immer hügliger und kurvenreicher und findet mit der Auffahrt zum Mont Ventoux und der malerischen Schlucht Gorges de la Nesque sicher ihren Höhepunkt. Eine abwechslungsreiche Tour, die überwiegend auf verkehrsarmen Landstraßen verläuft.

Tourenverlauf:Nyons - Vaison-la-Romaine - Mont Ventoux - Sault - Gorges de la Nesque - Carpentras
Streckenlänge:120 km
Dauer:Halbtages- bis Tagestour (je nach Dauer der Zwischenstopps)
Reisezeit:April bis Oktober
Bitte beachten: Im Juli und August ist es aufgrund der Ferien sehr voll (und sehr heiß). Wir empfehlen als Reisezeit die Nebensaison, v.a. Frühling und Herbst, die auch vom Klima her sehr angenehm sind.

Nyons – Mont Ventoux (49 km):
Fahrt durch malerische Weinanbaugebiete mit Kurvenspaß am Mont Ventoux

Start der Tour ist Nyons, der Hauptstadt der "schwarzen Oliven". Nyons befindet sich am nördlichen Rand der Provence und gehört zum angrenzenden Département Drôme.

Tipp: Bevor es losgeht, lohnt sich ein Bummel durch die Innenstadt von Nyons mit seinen schönen Arkadengängen. Liebhaber von Oliven und Olivenöl sollten sich eine Flasche des Nyons-Olivenöls oder auch ein Glas der schwarzen Nyons-Oliven mitnehmen. Nicht nur eine Besonderheit dieser Gegend, sondern auch besonders schmackhaft!

Nehmen Sie die Landstraße D538 in Richtung Vaison-la-Romaine und verlassen Sie entlang des Flüsschens Eygues den von Bergen umschlossenen Talkessel. Das milde Klima begünstigt hier den Oliven- und Weinanbau. Entlang der Strecke befinden sich dementsprechend viele, verschiedene Weinbaugenossenschaften. Zur Information: die D538 geht in die D938 über.

Angekommen in Vaison-la-Romaine, einem malerischen Städtchen römischen Ursprungs, passieren Sie die Kreisverkehre in gerader Richtung und fahren so einen nördlichen Bogen um die Innenstadt. Anschließend biegen Sie links auf die Avenue René Cassin und überqueren mittels der Brücke „Pont Neuf“ den Fluss Ouvèze. Beim nächsten Kreisverkehr fahren Sie in östlicher Richtung ein kurzes Stück auf der D977 weiter. Am Ende von Vaison-la-Romaine verbindet die römische Brücke „Pont Romain“ die Innenstadt mit der D977, über die auch heute noch der Stadtverkehrt rollt.

Tipp: Wer Lust auf einen Zwischenstopp in Vaison-la-Romaine hat und z.B. eine der größten römischen Ausgrabungsstätte besichtigen will, der fährt über die kleine Brücke „Pont Romain“, biegt rechts ab und parkt weiter unten auf dem Parkplatz. Von hier kann man gut zu Fuß in die Stadt gehen, aber auch eine schöne Picknick-Pause am Flussufer machen. Dienstag ist Markttag!

Sie folgen weiter der Straße und befinden sich wieder auf der D938. Auf dieser fahren Sie in Richtung Malaucène. Oliven und Weinreben prägen auch hier das Landschaftsbild. Linkerhand taucht der Mont Ventoux auf, mit 1.912 m der höchste Berg der Provence, der ab jetzt immer im Sichtfeld bleiben wird.

Tipp: Von Malaucène erreicht man über die D938/D19 nach ca. 13 km Bédoin. Montag ist in Bédoin Wochenmarkt! Falls Sie Lust auf einen Bummel über einen Markt haben, der alles bietet und dabei nicht zu groß ist oder einfach nur gemütlich einen Café au lait mit Croissant zu sich nehmen möchten, ist ein Zwischenstopp in Bédoin sehr zu empfehlen. Bédoin befindet sich auf der süd-/westlichen Seite des Mont Ventoux.

In Malaucène, am westlichen Rand des Mont Ventoux, biegen Sie auf die D974 ab. Die kurvige Straße schraubt sich jetzt durch bewaldete Strecken den Mont Ventoux hinauf. In den höheren Regionen ähnelt der Berg eher alpinem Gelände, mit immer weniger werdendem Bewuchs. Der Gipfel ist nur mit Steinen und Schotter bedeckt. Neben einer Antenne und einem Militärgelände befindet sich hier noch eine Snack-Bar, die allerdings oft in der Nebensaison geschlossen ist – insgesamt ein eher karger Anblick. Trotzdem lohnt sich die Fahrt, denn man wird am Gipfel mit einem herrlichen 360° Panoramablick belohnt.

Hinweis: Der Mont Ventoux ist bei Radsportlern sehr beliebt (die Tour de France führt regelmäßig über den Berg) und daher eine beliebte Trainingsstrecke. Bergauf sind die Radfahrer natürlich langsamer und benötigen für den schwierigen Anstieg viel Raum. Bei der Abfahrt sind sie um so schneller. Bitte rücksichtsvoll fahren!

Mont Ventoux – Sault (24 km):
Kurvenspaß am Mont Ventoux und Weiterfahrt mit tollem Landschaftspanorama

Nach dem sicher obligatorischen Fotoshooting am Mont Ventoux fahren Sie auf der südlichen Seite die kurvige Strecke abwärts in Richtung Sault (D164). Der Ort liegt malerisch auf einem felsigen Hügel in 766 m Höhe.
Wie ist die Landschaft unterwegs?

In Sault angekommen, bietet sich Ihnen ein wunderschöner Blick über das Tal bis hin zum Mont Ventoux. Zur Lavendelblüte wird Sault von duftenden Lavendelfeldern umgeben – ein besonderes Schauspiel für Augen und Nase.

Tipp: Sault lädt zum Verweilen ein. Das Restaurant Pichoun in Sault bietet eine gute französische Küche.

Sault – Gorges de la Nesque (10 km):
Traumhafte Panoramastraße mit kleinen Tunneln

Die Fahrt wird auf der D942 entlang des Flusses „La Nesque“ fortgesetzt. Nach dem Dorf Monieux geht es durch die bis zu 400 m tiefe Schlucht Gorges de la Nesque. Eine kurvenreiche Strecke, die in der Nebensaison kaum befahren ist und daher sehr viel Spaß macht - nicht nur was den Fahrspaß betrifft, sondern auch landschaftlich.

Mehrere Zwischenstopps sind mit dem Motorrad gut möglich und lohnenswert. So lädt z.B. der Aussichtspunkt „Belvédère“ zu einer Pause ein. Von hier hat man einen guten Blick in die beeindruckende Schlucht.

Gorges de la Nesque - Carpentras (38 km):
Gemütlicher Streckenabschnitt durch Bilderbuch-Landschaft

Nach weiteren 19 km verlassen Sie die kurvige Strecke bei Villes-sur-Auzon und erreichen auf der Landstraße nach weiteren 19 km Carpentras. Als Ziel in Carpentras wird der Parkplatz am „Place de 25 Août“ empfohlen, von dem sich die Innenstadt auf der „Rue de la République“ in wenigen Gehminuten erreichen lässt.

Tipp: Wer Lust auf einen kleinen Snack hat, der geht in die Boulangerie Olivero Blanc. Das ist eine Bäckerei mit leckeren Sandwiches und kleiner Sitzgelegenheit. Die Bäckerei befindet sich an der Ecke Place Charles de Gaules/Place du Colonel Mouret. Freitag ist Markttag! Carpentras bietet einen ausgezeichneten Wochenmarkt auf dem Parkplatz „Parking des Platanes“.


 Tourvorschlag 2: Tour durch das Vaucluse und das Luberon-Gebirge

Von Carpentras nach Cucuron

Diese Tour führt durch zwei wundervolle Naturlandschaften der Provence – das Vaucluse-Hochplateau und das Luberon-Gebirge. Während die Vaucluse-Hochebene auf einer schönen Strecke von Nord nach Süd durchquert wird, führt die weitere Strecke entlang des malerischen Bergrückens des Luberon-Gebirges durch die Schlucht von Lourmarin bis zum südlichen Teil des Luberon. Verwinkelte Schluchten, tolle Ausblicke auf die umliegende Landschaft und charmante Dörfer prägen diese Tour. Eine landschaftlich sehr schöne und ansprechende Tour, die überwiegend durch ländliche Gegend und auf verkehrsarmen Straßen verläuft.

Tourenverlauf:Carpentras - Venasque - Tal der Sénancole/Abtei Sénanque - Gordes - Oppède-le-Vieux - Pont Julien - Lourmarin-Tal - Cucuron
Streckenlänge:89 km
Dauer:Halbtagestour (je nach Dauer der Zwischenstopps)
Reisezeit:April bis Oktober
Bitte beachten: Im Juli und August ist es aufgrund der Ferien sehr voll (und sehr heiß). Wir empfehlen als Reisezeit die Nebensaison, v.a. Frühling und Herbst, die auch vom Klima her sehr angenehm sind.

Carpentras – Venasque (12 km):
Gemütliche Fahrt durch ebenes Gelände bis zum bergigen Teil des Vaucluse-Hochplateaus

Start der Tour ist Carpentras, ein hübsches Städtchen auf halber Strecke zwischen Mont Ventoux und Avignon. In Carpentras starten Sie am Parkplatz am „Place de 25 Août“. Die D4 führt direkt von Carpentras aus dem Stadtzentrum heraus und verläuft über ländliches Gebiet, vorbei an Obstplantagen, Weinfeldern und dem gelbblühenden Garrigue, bis kurz vor Venasque. Das Dorf liegt gut geschützt auf einem Felsplateau und ist teilweise von überhängenden Felsen umsäumt. Bereits von einiger Entfernung hat man einen schönen Blick auf den Ort und die markanten Felsen. Am Fuße des Felsrückens biegen Sie rechts auf die D247, um anschließend links unter einem überhängenden Felsen in das Dorf zu fahren. Aufgrund der exponierten Lage, des schönen Dorfkerns und der befestigten Dorfmauer wurde Venasque mit zu einem der schönsten Dörfer in Frankreich ("ville fleurie") gewählt. Halten Sie sich bei der Durchfahrt am Dorfbrunnen rechts, so erreichen Sie am Ende auf der linken Seite einen Parkplatz vor der Festungsmauer. Es bietet sich Ihnen eine tolle Aussicht auf die Umgebung. Zu empfehlen!

Venasque – Abbaye de Sénanque – Gordes (17 km):
Reizvolle Fahrt durch bewaldete Schluchten der Vaucluse-Hochebene

Weiter geht die Fahrt auf der D4/D177 in Richtung Gordes. Die Strecke führt kurvenreich durch die schönen Vaucluse-Berge. Über ein schlängeliges, teilweise holpriges Sträßchen geht es durch den Fôret Communale de Venasque, ein Gebiet voller Zwergeichen. Nachdem Sie eine Schlucht durchquert haben, gelangen Sie in den Naturpark „Parc Naturel Régional du Luberon“. Von dort geht es in das Tal der Sénancole zur Abtei Sénanque, einem beeindruckenden Zisterzienserkloster (Hinweis: im Juli besonders schön, da es dann von blühenden Lavendelfeldern umgeben wird). Ungefähr stündlich werden geführte Rundgänge angeboten (Reservierung wird empfohlen). Es besteht aber natürlich auch die Möglichkeit, das Kloster individuell zu besichtigen (Achtung Kleiderordnung!). Aus dem Tal geht es wieder hinauf nach Gordes – ein Bilderbuch-Dorf, das man schon von weitem sieht und dessen Anblick beeindruckend ist. Hoch oben thront es auf einem Felsen, schmiegt sich geradezu an diesen und bietet einen phantastischen Blick auf die umliegende Landschaft. In der Nebensaison ist es angenehm ruhig, obwohl sich immer Touristen von Gordes angezogen fühlen. Als Parkplatz eignet sich der Parkplatz „Place du Château“ oberhalb des Zentrums.

Tipp: Im Café „Le Cercle Républicain“ gibt es guten Kaffee und mit Glück ein Plätzchen auf der kleinen Terrasse mit sensationellem Blick auf Gordes und das darunter liegende Tal.

Gordes – Oppède-le-Vieux (19 km):
Panorama-
Fahrt durch das Coulon-Tal bis zum Luberon-Gebirge

Von dem Parkplatz „Place du Château“ in Gordes geht es talwärts in Richtung Goult, ein kurzes Stück auf der D2, dann rechts weiter auf der D104. Vorbei an einer alten Windmühlen à la Don Quixote fahren Sie nach Goult, dann ab Lumières auf der D900 bis Les Baumettes. Biegen Sie dort auf die D29 in Richtung Oppède-le-Vieux ab. Über die D178 fährt man anschließend auf der Straße „Chemin de Sous-Ville“ nach Oppede-le-Vieux, ein kleines Örtchen direkt am Nordrand des Kleinen Luberon. Dieses mittelalterliche Dorf ist für den Autoverkehr gesperrt. Von dem unterhalb gelegenen Parkplatz lässt sich das Dorf in 10 Minuten über eine terrassenartige Parkanlage zu Fuß gut erreichen. Ausgehend von dem „Place de la Croix“ kann man weitere Höhenmeter auf dem teilweisen groben Pflaster in Angriff nehmen. Wenn man bis zur oberen Kapelle aufsteigt, wird man mit einen schönen Blick auf die Landschaft belohnt.

Tipp: In der Nebensaison stellen Motorradfahrer ihre Maschinen direkt im Dorf für einen Stopp ab. In Oppède-le-Vieux ist das „Le petit café“ am „Place de la Croix“ für eine Limonade oder Mittagspause empfehlenswert.

Oppède-le-Vieux – Pont Julien – Loumarin/Cucuron (43 km):
Abwechslunsreiche Fahrt vom Nordrand des Luberon durch das westliche Luberon-Gebirge

Wieder im Sattel führt die Straße vom Parkplatz durch den Dorfkern von Oppède und ein Stück abwärts bis zur Kreuzung, auf der Sie auf die D188 ostwärts in Richtung Ménerbes abbiegen. Der weitere Streckenverlauf führt Sie über die D109 an Lacoste vorbei und über die D108 zu der sehr gut erhaltenen römischen Brücke Pont Julien. Von dort geht es dann in südlicher Richtung auf der D149/D36 vorbei an Bonnieux durch den Luberon und das Lourmarin-Tal (Combe de Loumarin) bis nach Lourmarin. Über Vaugines erreichen Sie Cucuron – das Etappenziel.

Der Streckenverlauf durch das Luberon-Gebirge ist sehr abwechslungsreich, was diese Tour auch so schön macht. So führt die Tour sowohl durch ländliche und flache Gebiete als auch durch kurvenreiche Schluchten, in denen es zum Teil sehr steil bergauf und bergab geht. Auf der Strecke entlang des Gebirgszuges bietet sich immer wieder ein tolles Landschaftspanorama und man kann den Blick weit über die darunterliegende Landschaft schweifen lassen. Neben üppiger Natur passieren Sie aber auch karge Gipfel. Der Luberon vereint Gegensätze, die die Tour spannend machen. Auf der Südseite wird die Steigung wieder weniger und Sie kommen wieder in ländlicheres und flacheres Gebiet. Eine Tour mit Fahrspaß und tollem Panorama!

Tipp: Für eine Stärkung empfiehlt sich das schnucklige Restaurant „Les Temps Modernes“ (Montags/Sonntags Ruhetag) oder das Restaurant „L'Etang“, das in Cucuron an einem großen Wasserbecken gelegen ist.

Wer hier etwas mehr Zeit mitbringt, kann in Cucuron eine Eselswanderung durch das Luberon-Gebirge unternehmen. Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich der Campingplatz „Camping Roumavagi“ an oder die Ferienwohnung „La Ferme au Vabre“.

Wer hier die Tour verlängern möchte, sollte sich am südlichen Rand des Luberon ostwärts halten und bei Vitrolles-en-Luberon über die Passstrecke der D33 den Luberon wieder nordwärts durchqueren. Die Landschaft und die Ockerfelsen bei Rustrel und Rousillon auf der Nordseite des Luberon bieten ein tolles Dauerpanorama.