Trüffel

Der schwarze Diamant der Provence

Die Provence im Süden Frankreichs ist berühmt für ihre duftenden Lavendelfelder. Besonders im Frühling und Sommer zieht es zahlreiche Touristen in diese besondere Landschaft mit ihren einzigartigen Lichtverhältnissen. Aber auch der Winter hat seinen ganz besonderen Charme.

Im Winter ist Trüffel-Zeit


Im Winter, wenn die Felder und Weinberge morgens in dichten Nebel gehüllt sind und der kühle Wind die Wolken vom tiefblauen Himmel fegt, bietet die Provence den Reisenden ein ebenso faszinierendes Urlaubserlebnis: Mitte November beginnt hier die Trüffel-Saison. Die schwarzen Périgord -Trüffel aus dem Norden der Provence zählen zu den hochwertigsten Speisepilzen weltweit. Auch wenn der Pilz der Périgord-Landschaft seinen Namen verdankt, werden inzwischen gut 70 Prozent der schwarzen Trüffel Frankreichs in den nördlichen Regionen der Provence rund um den Mont Ventoux geerntet. Von November bis März wird die Region Vaucluse zu einem der größten Umschlagplätze Europas für die „schwarzen Diamanten“. Besonders auf den Wochenmärkten in Richerenches und Carpentras spielt sich in den Wintermonaten ein interessantes Schauspiel ab: Zahlreiche Händler der begehrten Trüffel treffen hier aufeinander und vereinbaren in dezentem Flüsterton oder mit Hilfe diskreter Zettel die aktuellen Preise. Die „rabasse“, wie der schwarze Trüffel mit seinen feinen weißen Adern von den Einheimischen genannt wird, ist nämlich nicht nur äußerst aromatisch, sondern auch selten und dadurch kostspielig. Die Preise können je nach Ernte zwischen 600 bis weit über 1.000 Euro pro Kilogramm schwanken.


Die Suche nach den „schwarzen Diamanten“

Die aufwändige Suche nach den Trüffeln steigert ebenfalls deren Preis. Sie macht dafür auch sehr viel Spaß. Davon können sich Gourmets bei organisierten Trüffel-Reisen überzeugen. Das berühmte Trüffel-Schwein hat dabei allerdings weitgehend ausgesorgt. Die gefräßigen Tiere haben einfach zu viel der seltenen Spezialität selbst verspeist – wer kann es ihnen verdenken! Als ebenso begabt für die Trüffelsuche, dabei aber selbstloser, haben sich speziell ausgebildete Hunde erwiesen. Sie streifen schnüffelnd durch die meist künstlich angelegten Trüffelgärten aus Steineichen, deren Wurzeln mit dem Pilz-Myzel „geimpft“ wurden. Hat der Hund die Pilze in einer Tiefe von bis zu einem Meter gewittert, macht er sich bemerkbar und wartet, bis Herrchen oder Frauchen den Trüffel vorsichtig aus dem steinigen Boden gegraben hat.


Die Trüffel zubereiten

Das erdig-nussige Aroma der provenzalischen Spezialität erinnert an Schokolade, Käse oder Rotwein. Die schwarzen Trüffel behalten – anders als die weißen – beim Erhitzen ihren Geschmack. Für den heimischen Gebrauch können die Pilze gerieben oder scheibchenweise einfachen Speisen mit Brot, Eiern, Käse oder Pasta zugefügt werden. So entfaltet sich das Aroma der „schwarzen Diamanten der Provence“ auch bei noch ungeübten Köchen hervorragend.